Anklagen
FEMINA OBSCURA erhebt keine Anklagen gegen einzelne Menschen, sondern gegen die Gesellschaft.
Wir klagen Zustände an.
Strukturen. Gewohnheiten.
Das, was so normal geworden ist, dass viele es nicht mehr sehen.
Gegen das Schweigen
Wenn Frauen verletzt werden, sollen sie oft Unterwürfigkeit zeigen. Wenn sie widersprechen, gelten sie als schwierig. Wenn sie ihre Wut zeigen, als unangenehm. Wir klagen die Erwartung an, dass Frauen schweigen sollen, damit andere sich wohlfühlen.
Gegen die Unsichtbarkeit
Frauen werden mit zunehmendem Alter aus dem öffentlichen Blick gedrängt. Erfahrung wird übersehen, Lebensleistung übergangen, Sichtbarkeit an Jugend geknüpft.
Wir klagen eine Gesellschaft an, die Frauen nur dann wahrnimmt, wenn sie einem bestimmten Bild entsprechen.
Gegen die Scham
Narben, Brüche, Krisen und Verluste gehören zum Leben. Trotzdem wird Frauen vermittelt, sie müssten ihre Verletzungen verbergen. Wir klagen die Kultur der Scham an, die Menschen dazu bringt, sich für ihre Geschichte zu entschuldigen.
Gegen die Anpassung
Sei freundlich. Sei hübsch. Sei bescheiden. Sei nicht zu laut. Nicht zu wütend. Nicht zu unbequem. Wir klagen die ständige Aufforderung an, sich kleiner zu machen, um akzeptiert zu werden.
Gegen Gewalt
Gewalt beginnt nicht erst mit dem ersten Schlag.
Sie beginnt mit Demütigung, Kontrolle, Angst, Unterdrückung und Abhängigkeit.
Wir klagen jede Form von Gewalt gegen Frauen an – sichtbar oder unsichtbar.
Gegen Gleichgültigkeit
Viele Missstände bleiben bestehen, weil sie zur Gewohnheit geworden sind.
Wegsehen schützt die Täter, nicht die Betroffenen.
Wir klagen die Gleichgültigkeit an, die Unrecht alltäglich werden lässt.